Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Sie gehören zu den wichtigsten entzündungshemmenden Nährstoffen und spielen bei Arthrose eine bedeutende Rolle.
Was sind Omega-3-Fettsäuren?
Omega-3-Fettsäuren sind eine Gruppe von essentiellen Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst synthetisieren kann. Die drei wichtigsten Vertreter sind:
- ALA (Alpha-Linolensäure) — pflanzlicher Ursprung (Leinöl, Walnüsse, Chiasamen), kann im Körper in geringen Mengen in EPA und DHA umgewandelt werden
- EPA (Eicosapentaensäure) — hauptsächlich in Fettfischen, direkt entzündungshemmend wirksam
- DHA (Docosahexaensäure) — hauptsächlich in Fettfischen, wichtig für Zellmembranen und Gehirnfunktion
Wie wirken Omega-3-Fettsäuren bei Arthrose?
Omega-3-Fettsäuren greifen direkt in die Entzündungskaskade ein. Sie konkurrieren mit der entzündungsfördernden Arachidonsäure (Omega-6) um dieselben Enzyme und verdrängen sie. Aus EPA und DHA entstehen sogenannte Resolvine und Protektine — körpereigene Substanzen, die aktiv Entzündungen beenden.
Konkret bedeutet das bei Arthrose:
- Reduzierung entzündungsfördernder Prostaglandine und Leukotriene
- Hemmung von Zytokinen (IL-1β, TNF-α), die Knorpel abbauen
- Verbesserung der Gelenkschmierung durch Einbau in Zellmembranen der Synovialflüssigkeit
- Schutz der Knorpelzellen vor oxidativem Stress
Quellen und Dosierung
Die besten Quellen für EPA und DHA sind fette Seefische wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen. Für Vegetarier und Veganer gibt es Algenöl-Präparate, die direkt EPA und DHA liefern — ohne den Umweg über ALA aus Pflanzenölen.
In der Forschung werden bei Arthrose häufig Dosierungen von 2–4 g EPA+DHA täglich untersucht. In meiner Praxis empfehle ich individuell dosierte Präparate auf Basis einer Blutanalyse (Omega-3-Index).
In meiner Praxis
Der Omega-3-Index (Anteil von EPA+DHA an den Fettsäuren in den roten Blutkörperchen) ist ein Laborwert, den ich bei Arthrose-Patienten regelmäßig messe. Ein Wert unter 4% gilt als Risikofaktor — viele meiner Patienten liegen deutlich darunter. Eine gezielte Supplementierung, kombiniert mit einer Reduktion der Arachidonsäure-Zufuhr, ist oft einer der wirksamsten ersten Schritte.
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