Latente Azidose (auch: latente Übersäuerung, Gewebsazidose) bezeichnet einen Zustand, bei dem das Gewebe chronisch übersäuert ist, während der Blut-pH-Wert durch körpereigene Puffersysteme noch im Normalbereich gehalten wird. Sie ist im klassischen Blutbild nicht direkt messbar.
Entstehung: Durch unausgewogene Ernährung (viel Zucker, Fleisch, Weißmehl), chronischen Stress, Bewegungsmangel und unzureichende Flüssigkeitszufuhr produziert der Körper mehr Säuren als er ausleiten kann. Die Puffersysteme (Bikarbonat, Phosphat, Proteine) werden überlastet.
Folgen: Der Körper greift auf Mineralien aus Knochen, Gelenken und Muskeln zurück, um den Blut-pH zu stabilisieren. Dies kann langfristig zu Mineralmangel, Knorpelabbau und Osteoporose führen.
In der Naturheilkunde: Die latente Azidose ist ein zentrales Konzept der Naturheilkunde. Heilpraktiker Roland Strähuber sieht sie als einen der wichtigsten Faktoren bei Arthrose und behandelt sie durch Entsäuerungsmaßnahmen, Ernährungsumstellung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Hinweis: Das Konzept der latenten Azidose ist in der Schulmedizin umstritten. Es ist von der klinischen Azidose (pathologisch erniedrigter Blut-pH) zu unterscheiden.