Kortisol – oft auch Cortisol geschrieben – ist das wichtigste Stresshormon des menschlichen Körpers. Es wird in der Nebennierenrinde gebildet und dann über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt. In der richtigen Menge ist Kortisol lebensnotwendig. In der falschen Menge – zu viel, zu lange, ohne Pause – wird es zum Problem.
Was macht Kortisol im Körper?
Gerät der Körper in eine Stresssituation, schüttet die Nebenniere Kortisol aus. Das ist zunächst sinnvoll: Der Blutzucker steigt, die Muskeln werden mit Energie versorgt, das Immunsystem wird kurzfristig aktiviert. Der Körper ist bereit für „Flucht oder Kampf”. Sobald die Situation vorbei ist, sinkt der Kortisolspiegel wieder – und alles kehrt in die Balance zurück.
Was passiert bei Dauerstress?
Das Problem entsteht, wenn dieser Mechanismus nicht mehr abschaltet. Bei anhaltendem Druck – beruflich, privat, körperlich – wird kontinuierlich Kortisol ausgeschüttet. Der Körper bleibt im Alarmmodus. Die Folgen: Schlafstörungen, weil Kortisol abends nicht absinkt. Gewichtszunahme besonders am Bauch, weil der Stoffwechsel umgestellt wird. Ein geschwächtes Immunsystem, weil die Dauerbelastung die körpereigene Abwehr erschöpft. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und im schlimmsten Fall Burnout.
Wie sehe ich das in der Praxis?
Ein dauerhaft erhöhter Kortisolspiegel ist messbar – über ein spezielles Speicheltest-Profil über den Tag verteilt oder über das Blutlabor. In meiner Naturheilpraxis in Dorfen ist ein entgleister Kortisolhaushalt einer der häufigsten Befunde bei Patienten mit Burnout, Erschöpfung oder unerklärlichen körperlichen Beschwerden. Mit naturheilkundlichen Methoden – Spagyrik, Entspannungsverfahren und gezielter Ernährungsberatung – begleite ich Menschen dabei, den Kortisolspiegel wieder in Balance zu bringen.