EPA und DHA

EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind die beiden wichtigsten marinen Omega-3-Fettsäuren. Sie sind die biologisch aktivsten Formen der Omega-3-Fettsäuren und haben direkte entzündungshemmende Wirkungen, die bei Arthrose therapeutisch genutzt werden können.

Was sind EPA und DHA?

EPA und DHA gehören zur Gruppe der langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Sie kommen hauptsächlich in fettem Seefisch vor, der sie wiederum aus Meeresalgen aufnimmt. Der Körper kann EPA und DHA in begrenztem Maße aus der pflanzlichen Alpha-Linolensäure (ALA) herstellen, aber die Umwandlungsrate ist gering (unter 10%).

EPA ist vor allem für seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Es konkurriert mit der entzündungsfördernden Arachidonsäure um das Enzym COX-2 und führt zur Bildung weniger entzündungsaktiver Eicosanoide.

DHA ist ein struktureller Baustein von Zellmembranen, besonders im Gehirn und in der Netzhaut. Bei Arthrose ist DHA wichtig für die Integrität der Knorpelzellmembranen und die Qualität der Gelenkflüssigkeit.

EPA und DHA bei Arthrose — was sagt die Forschung?

Mehrere klinische Studien zeigen, dass eine Supplementierung mit EPA und DHA bei Arthrose-Patienten zu einer messbaren Reduktion von Entzündungsmarkern (CRP, IL-6) führen kann. Eine Metaanalyse in der Fachzeitschrift Osteoarthritis and Cartilage zeigte, dass Omega-3-Supplementierung die Gelenkschmerzintensität signifikant reduzieren kann.

Besonders relevant ist der Omega-3-Index: Er misst den Anteil von EPA+DHA in den roten Blutkörperchen. Ein Wert über 8% gilt als optimal für Herz-Kreislauf-Gesundheit und Entzündungskontrolle. Die meisten Menschen in Deutschland haben einen Wert zwischen 4–6%.

Fischöl vs. Algenöl

EPA und DHA können über Fischöl-Kapseln oder über Algenöl aufgenommen werden. Algenöl ist die vegane Alternative und hat den Vorteil, dass es direkt an der Quelle (Algen) gewonnen wird — ohne die Schadstoffbelastung, die bei manchen Fischölen ein Thema sein kann.

In meiner Praxis empfehle ich hochwertige, molekular destillierte Fischöl-Präparate oder Algenöl-Kapseln mit einem hohen EPA+DHA-Gehalt. Die Qualität der Präparate variiert erheblich — nicht jedes günstige Fischöl-Produkt enthält die angegebene Menge an EPA und DHA.

In meiner Praxis

Bevor ich EPA/DHA-Präparate empfehle, messe ich den Omega-3-Index meiner Arthrose-Patienten im Blut. So kann ich die Dosierung individuell anpassen und den Therapieerfolg nach 3–6 Monaten kontrollieren. Eine blinde Supplementierung ohne Ausgangswert halte ich für wenig sinnvoll.

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→ Ganzheitliche Arthrose-Therapie: Mein Ansatz in der Praxis

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