Adrenalin ist das schnellste Stresshormon des Körpers. Während Kortisol eher ein Dauersignal ist, wirkt Adrenalin sofort – innerhalb von Sekunden. Es wird im Nebennierenmark gebildet und direkt ins Blut ausgeschüttet, sobald das Gehirn eine bedrohliche Situation erkennt.
Die Sofortreaktion des Körpers
Adrenalin bereitet den Körper blitzschnell auf Aktion vor. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Atemfrequenz erhöht sich, die Muskeln bekommen mehr Durchblutung. Gleichzeitig werden Verdauung und Immunsystem heruntergedrosselt. Der Körper ist im Modus Flucht oder Kampf.
Wenn Adrenalin zum Dauerzustand wird
Das System ist für kurzfristige Ausnahmesituationen gemacht, nicht für den Alltag. Wenn jemand ständig unter Druck steht, wird Adrenalin immer wieder ausgeschüttet, auch ohne echte Gefahr. Der Körper findet keine Ruhe mehr. Langfristig führt das zu Erschöpfung, Herz-Kreislauf-Problemen und einem geschwächten Immunsystem.
Was bedeutet das für die Behandlung?
In meiner Praxis schaue ich auf das Zusammenspiel von Adrenalin, Kortisol und dem vegetativen Nervensystem. Ein dauerhaft aktiviertes Adrenalin-System ist häufig die Wurzel hinter Schlafproblemen, Herzrasen, Angststörungen und körperlicher Erschöpfung. Die Behandlung zielt darauf ab, das Nervensystem wieder in den Ruhemodus zu bringen.